Kann man beim Schüleraustausch in Kanada Heimweh bekommen?

Heimweh bei einem Schüleraustausch

Sicherlich kann man Heimweh bekommen. Aber nicht jeder ist gleichermaßen davon befallen. Das Leben in Kanada bietet schließlich genug neue Eindrücke: Neue Menschen, neue Sprache, neue Schule, neue Wege. Jeder Gang zum Supermarkt wird erst einmal zum Abenteuer…

Kaum einer denkt an das Zuhause im alten Europa, wenn Mitschüler zur Party geladen haben. Aber es gibt auch Tage, an denen man sonst immer mit der eigenen Familie, Verwandten und Freunden zusammen gesessen, gegessen und sich unterhalten hat.

Feiertags-Blues

Geburtstage sind solche Tage, genau wie Ostern oder – noch schlimmer – die Woche zwischen dem Weihnachtsfest und Neujahr. An diesen werden viele Austauschschüler melancholisch. Der Blues gehört anscheinend ebenso zu Kanada wie Ahornsirup und Eishockey. Man beginnt, die Blutsverwandten zu vermissen und damit auch die lieb gewonnenen Rituale, die einem immer das Gefühl von Geborgenheit und Vertrautheit gegeben haben.

Oft hilft es in dem Fall schon, sich damit zu trösten, dass im nächsten Jahr alles wieder beim Alten ist. Und auch diese schwermütigen Feiertage gehen vorbei und der Alltag nimmt in Kürze wieder seinen gewohnten Gang. Daher gilt, sich wieder dem Leben und den Menschen in Kanada zuzuwenden und das Heimweh als Erfahrung zu verbuchen. Fest- und Feiertage können genauso schön in Kanada sein wie daheim, auch wennsie vielleicht anders begangen werden. Also: Mitfeiern statt verkriechen!

Heimweh bei Konflikten vor Ort

Bei Konflikten mit der Gastfamilie oder in der High School sieht es allerdings anders aus. Bei einem mehrmonatigen Aufenthalt kann es natürlich mal zu echten Problemen oder Streitigkeiten kommen – das liegt auf der Hand. In diesen Zeiten sehnen sich viele Austauschschüler nach ihren Lieben in Deutschland. Doch mit den Eltern und Freunden sprechen, sie um Rat fragen… – Schlechte Idee: Aus der Ferne können die Daheimgebliebenen die Situation nicht richtig einschätzen. Dadurch besteht die Gefahr, dass jeder Ratschlag am eigentlichen Ziel vorbei geht.

Die Verwandtschaft virtuell zu kontaktieren (per E-Mail, Skype, etc.) ist daher nicht ratsam. Spontane Heulkrämpfe, per Webcam 1 zu 1 übertragen, können Eltern und Freunde in Panik versetzen. Besser: herkömmliche Briefe schreiben. Bis zum endgültigen Versand kann man sich dann noch überlegen, ob wirklich alles so tragisch ist, wie beschrieben. Außerdem hat man die Möglichkeit das schriftlich formulierte Wehklagen gegebenenfalls telefonisch zu relativieren, noch ehe der Brief den Atlantik überquert hat.

Wie man mit Problemen umgeht

Es ist am besten, Probleme dort zu lösen, wo sie entstehen: vor Ort. Ob sich Menschen „verstehen“, liegt an ganz verschiedenen Faktoren: Bei verschiedenen Vorstellungen vom Leben oder Streitigkeiten im Alltag hilft oft ein klärendes Gespräch, gegen mangelnde Sprachkenntnisse gibt es Englisch- oder Französisch-Kurse. Auch wenn es Überwindung kostet lässt sich ein Problem oft schön lösen, wenn man mit der Gastfamilie der den Mitschülern redet. Man kann sich natürlich auch an den lokalen Betreuer wenden, wenn man alleine nicht weiter kommt.


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